Website selbst prüfen: Der Check in sechs Bereichen – vom ersten Eindruck bis zur DSGVO

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Denis Bezrodnyy

September 22, 2026

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Website prüfen heißt mehr, als einen Score abzulesen. Die entscheidende Frage lautet: Erfüllt die Seite ihren Zweck – und birgt sie ein Risiko?
  • Prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Gesamteindruck, Performance, Sicherheit, SEO, Mobile, Recht & DSGVO.
  • Den ersten Eindruck testen Sie mit dem 5-Sekunden-Test. Dazu brauchen Sie keine Technik, nur eine Person, die Ihr Unternehmen nicht kennt.
  • Für die meisten Punkte genügen ein Smartphone, der Browser und zwei kostenlose Google-Tools. Rechnen Sie mit 60 bis 90 Minuten.
  • Beheben Sie zuerst, was Geld kosten kann (Sicherheitslücken, Abmahnrisiken), danach, was Anfragen kostet.

Die meisten Unternehmer schauen sich ihre Website genau zweimal an: beim Go-live und wenn etwas kaputt ist. Dazwischen läuft sie – oder scheint zu laufen. Ob das Kontaktformular noch zustellt, ob die Startseite auf dem Handy lesbar ist und ob im Hintergrund Schriften von Google-Servern geladen werden, fällt im Alltag niemandem auf.

Online-Tools für den Website-Check liefern in Sekunden eine Zahl. Sie beantworten aber nicht die Frage, die für Sie zählt: Bringt die Website Anfragen, und kann sie Ihnen Ärger machen?

Diese Anleitung führt Sie durch dieselben sechs Bereiche, die wir bei unserem kostenlosen Website-Check prüfen. Zugangsdaten oder Programmierkenntnisse brauchen Sie dafür nicht.

Warum wir mit dem Eindruck beginnen – nicht mit der Technik

Bevor Bezrodnyy Studio in Deutschland startete, hat unsere Familie zehn Jahre lang zwei eigene Onlineshops geführt, mit über 25.000 Bestellungen. Die wichtigste Lektion daraus: Eine technisch einwandfreie Seite nützt nichts, wenn Besucher in den ersten Sekunden nicht verstehen, was sie dort sollen.

Deshalb prüfen wir den Gesamteindruck zuerst. Eine schnelle Website mit unklarer Botschaft verliert Interessenten nur schneller. Technik ist die Grundlage – ob aus einem Besuch eine Anfrage wird, entscheidet sich vorher.

Vorbereitung: Was Sie brauchen

  • Ein Smartphone mit mobilen Daten, nicht nur WLAN
  • Einen Browser im privaten Modus, damit gespeicherte Daten nichts verfälschen
  • PageSpeed Insights von Google, kostenlos
  • Die Google Search Console, falls für Ihre Website eingerichtet
  • Eine Person, die Ihr Unternehmen nicht kennt, für fünf Minuten
  • Notizen: Halten Sie jeden Befund mit Seite und Screenshot fest

Die sechs Bereiche im Check

Gehen Sie die Bereiche in dieser Reihenfolge durch. Die Reihenfolge ist Absicht: Erst kommt, was Ihre Besucher sehen, dann, was im Hintergrund läuft.

Bereich 1: Gesamteindruck & Wirkung

Der 5-Sekunden-Test

Zeigen Sie einer außenstehenden Person Ihre Startseite am Smartphone – genau fünf Sekunden lang. Dann nehmen Sie das Gerät weg und stellen drei Fragen:

  1. Was bietet dieses Unternehmen an?
  2. Für wen ist das Angebot gedacht?
  3. Was sollte man als Nächstes tun?

Kann die Person alle drei beantworten, erfüllt Ihre Startseite ihre wichtigste Aufgabe. Zögert sie, liegt das Problem fast nie bei ihr, sondern oben auf der Seite: ein „Herzlich willkommen“ statt einer klaren Aussage oder ein nächster Schritt, den man nicht sieht.

Worauf Sie außerdem achten sollten

  • Überschrift: Nennt sie Leistung und Zielgruppe – oder könnte sie auf jeder Website stehen?
  • Kontakt: Sind Telefonnummer oder Anfrageknopf ohne Scrollen sichtbar?
  • Aktualität: Eine „Neuigkeit“ von 2021 oder ein veraltetes Copyright-Jahr signalisieren, dass sich niemand kümmert.
  • Bilder: Zeigen sie Ihr Unternehmen oder erkennbare Stockfotos?
  • Vertrauen: Sind Ansprechpartner, Standort oder Einsatzgebiet erkennbar?

Bereich 2: Performance

Öffnen Sie PageSpeed Insights, geben Sie Ihre Adresse ein und wählen Sie Mobilgeräte – dort kommen die meisten Besucher an, und diese Ansicht zählt für Google.

Der Score von 0 bis 100 ist ein grober Hinweis, kein Ziel. Wichtiger sind die drei Core Web Vitals, für die Google eigene Schwellenwerte nennt:

Messwert Bedeutung „Gut“ laut Google
LCP (Largest Contentful Paint) Wann der größte sichtbare Inhalt geladen ist bis 2,5 Sekunden
INP (Interaction to Next Paint) Wie schnell die Seite auf Klicks reagiert bis 200 Millisekunden
CLS (Cumulative Layout Shift) Wie stark Inhalte beim Laden verrutschen bis 0,1

Testen Sie danach ohne Tool: Öffnen Sie die Website am Smartphone über mobile Daten. Wenn Sie zählen können, bis Text erscheint, merken das auch Ihre Besucher. Häufige Ursachen bei WordPress sind unkomprimierte Bilder, fehlendes Caching und zu viele Plugins.

Bereich 3: Sicherheit

Ohne Zugang sehen Sie nur einen Teil – aber einen aufschlussreichen.

Was Sie von außen prüfen können

  • SSL-Zertifikat: Erscheint ein Schloss-Symbol oder „Nicht sicher“? Ein Klick auf das Schloss zeigt, bis wann das Zertifikat gültig ist. Prüfen Sie auch Unterseiten.
  • Öffentlich sichtbare Benutzernamen: Rufen Sie ihredomain.de/wp-json/wp/v2/users auf. Erscheint eine Liste mit Namen, kennt ein Angreifer bereits die Hälfte Ihrer Zugangsdaten.
  • Fremde Seiten im Google-Index: Suchen Sie bei Google nach site:ihredomain.de. Tauchen Seiten auf, die Sie nie angelegt haben – etwa mit fremdsprachigen Titeln oder Werbung für Medikamente –, ist die Website möglicherweise kompromittiert.
  • Search Console: Unter „Sicherheit und manuelle Maßnahmen“ meldet Google erkannte Probleme.

Was Sie die zuständige Person fragen sollten

  1. Wann wurden WordPress, Theme und Plugins zuletzt aktualisiert?
  2. Wie oft entstehen Backups, wo liegen sie, wie lange werden sie aufbewahrt?
  3. Wann wurde zuletzt getestet, ob sich ein Backup wiederherstellen lässt?
  4. Wer wird benachrichtigt, wenn die Website ausfällt?

Bei Websites, die nach dem Go-live von einer Agentur übergeben wurden, gibt es auf diese Fragen oft keine klare Antwort. Genau das ist der Befund.

Bereich 4: SEO

  • Indexierung: Zeigt site:ihredomain.de alle wichtigen Seiten – oder fehlen welche?
  • Seitentitel: Hat jede Seite einen eigenen, aussagekräftigen Titel? Fünfmal „Startseite – Firmenname“ im Suchergebnis ist verschenktes Potenzial.
  • Die Probe aufs Exempel: Suchen Sie nach Ihrer Leistung plus Ort, etwa „Steuerberater Lübeck“ oder „Dachdecker Ahrensburg“. Wo erscheinen Sie – Seite 1, Seite 3 oder gar nicht?
  • Google Unternehmensprofil: Gibt es eines, und sind Angaben, Öffnungszeiten und Einsatzgebiet aktuell?

Bereich 5: Mobile

Nehmen Sie das Smartphone und gehen Sie den Weg eines Interessenten – von der Startseite bis zur Anfrage.

  • Ist der Text ohne Zoomen lesbar?
  • Lässt sich die Seite seitlich verschieben? Dann ist etwas zu breit.
  • Startet ein Tipp auf die Telefonnummer direkt den Anruf?
  • Lassen sich Menü und Buttons treffen, ohne daneben zu tippen?
  • Verdeckt das Cookie-Banner oder ein Pop-up den Inhalt?
  • Der wichtigste Test: Füllen Sie das Kontaktformular am Handy aus und senden Sie es ab. Kommt die Nachricht tatsächlich an?

Bereich 6: Recht & DSGVO

Hinweis: Die folgenden Punkte beschreiben technische Prüfungen und ersetzen keine Rechtsberatung. Ob Ihre Website im Einzelfall rechtlich einwandfrei ist, kann nur eine Anwältin oder ein Anwalt beurteilen.

  • Impressum und Datenschutzerklärung: Sind beide von jeder Seite aus erreichbar, üblicherweise über einen Link im Footer?
  • Cookie-Banner: Erscheint es beim ersten Besuch? Und vor allem: Laden Dienste wie Google Analytics oder YouTube erst nach der Zustimmung?
  • Google Fonts: Werden Schriften direkt von Google-Servern geladen, wird die IP-Adresse der Besucher an Google übertragen. Ein Urteil des Landgerichts München vom 20.01.2022 (Az. 3 O 17493/20) sprach einem Besucher deshalb 100 Euro Schadensersatz zu – im Herbst 2022 folgte eine Abmahnwelle.
  • Eingebettete Inhalte: Google Maps, YouTube-Videos oder Social-Media-Feeds sollten erst nach Einwilligung laden.

So prüfen Sie, was vor der Zustimmung geladen wird

  1. Öffnen Sie die Website im privaten Fenster und klicken Sie nicht auf das Cookie-Banner.
  2. Drücken Sie F12 (Mac: Cmd + Option + I) und wählen Sie den Reiter Netzwerk.
  3. Laden Sie die Seite neu und geben Sie ins Filterfeld nacheinander google, fonts und youtube ein.
  4. Erscheinen Einträge, obwohl Sie noch nichts akzeptiert haben, fließen Daten an Dritte, bevor Besucher zugestimmt haben.

Auswertung: Womit Sie anfangen sollten

Nicht jeder Befund ist gleich dringend. Wir sortieren danach, was im schlimmsten Fall passiert.

Befund Was droht Dringlichkeit
Fremde Seiten im Index, veraltete Plugins, ungetestete Backups Ausfall, Datenverlust, Imageschaden Sofort
Dienste laden vor der Einwilligung, Google Fonts vom Google-Server Abmahnung Sofort
Kontaktformular stellt nicht zu Verlorene Anfragen, die niemand bemerkt Sofort
5-Sekunden-Test nicht bestanden Besucher springen ab Hoch
Mobile Darstellung fehlerhaft Besucher springen ab Hoch
Core Web Vitals im roten Bereich Schlechtere Nutzererfahrung, Rankingnachteil Mittel
Doppelte Seitentitel, kein Unternehmensprofil Weniger Sichtbarkeit bei Google Mittel

Wenn Sie es selbst machen

Nehmen Sie sich die Liste einmal im Quartal vor und zusätzlich nach jeder größeren Änderung, etwa einem neuen Plugin oder einer neuen Seite. Notieren Sie die Werte aus PageSpeed Insights, damit Sie Veränderungen erkennen. Vieles lässt sich direkt beheben: Titel anpassen, Kontaktdaten sichtbarer machen, Formular testen.

Bei Sicherheit und Datenschutz sollten Sie ehrlich zu sich sein: Wenn Sie nicht wissen, wer die Updates macht, macht sie wahrscheinlich niemand.

Wenn Sie die Prüfung abgeben möchten

Unser kostenloser Website-Check deckt genau diese sechs Bereiche ab. Sie füllen ein kurzes Formular aus – Name, E-Mail, Website-URL, auf Wunsch ein Satz zu dem, was Sie beschäftigt. Das dauert zwei Minuten. Die Auswertung erhalten Sie innerhalb von 48 Stunden als PDF per E-Mail.

Wenn Sie danach die laufende Pflege abgeben möchten, finden Sie unsere Pakete mit festen Preisen auf einer Seite.

So machen wir es bei Bezrodnyy Studio

  • Dieselben sechs Bereiche, in derselben Reihenfolge: Gesamteindruck & Wirkung, Performance, Sicherheit, SEO, Mobile, Recht & DSGVO.
  • Messwerkzeuge plus manuelle Prüfung. Jeden Check macht Denis Bezrodnyy persönlich – den ersten Eindruck, bevor ein Tool läuft.
  • Keine Zugangsdaten. Alles, was wir prüfen, ist von außen sichtbar. Wir brauchen nur Ihre URL.
  • Pro Bereich eine klare Bewertung, die wichtigsten Funde in verständlicher Sprache und eine Prioritätenliste – kein 50-seitiger Report.
  • Kein Anruf, kein Verkaufsgespräch, keine Werbe-E-Mails. Sie erhalten zwei E-Mails: die Bestätigung und Ihre Auswertung. Ist Ihre Website schon gut, sagen wir Ihnen das. Wir suchen keine Probleme, wo keine sind.

Kostenlosen Website-Check anfordern →

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Website prüfen?

Mindestens einmal im Quartal und nach jeder größeren Änderung. Sicherheitsupdates sollten deutlich häufiger laufen – idealerweise wöchentlich und mit einer festen Zuständigkeit.

Reicht ein kostenloses Online-Tool für den Website-Check?

Für Performance und einzelne SEO-Werte liefern Tools gute Hinweise. Ob Besucher Ihr Angebot verstehen, ob das Formular zustellt und ob Dienste vor der Einwilligung laden, zeigt kein Score. Dafür braucht es einen Menschen, der hinschaut.

Kann ich eine Homepage prüfen, ohne Zugang zum Backend zu haben?

Ja. Alle Tests in dieser Anleitung funktionieren von außen. Nur Update-Stand und Backups müssen Sie bei der zuständigen Person erfragen.

Ersetzt der Website-Check eine Rechtsberatung?

Nein. Wir prüfen die technische Umsetzung, zum Beispiel ob Dienste vor der Einwilligung laden. Die rechtliche Bewertung Ihres Einzelfalls gehört zu einer Anwältin oder einem Anwalt.

Was kostet der Website-Check von Bezrodnyy Studio?

Nichts. Sie erhalten die Auswertung als PDF – ohne Anruf und ohne Verpflichtung.

Quellen

Wer hinter diesem Artikel steht

Geschrieben hat ihn Denis Bezrodnyy, Gründer von Bezrodnyy Studio. Wir sind ein Familienunternehmen aus Schwarzenbek bei Hamburg und betreuen WordPress-Websites für kleine und mittlere Unternehmen – Updates, Sicherheit, Tempo und Datenschutz.

Was wir in Artikeln empfehlen, setzen wir täglich selbst um. Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Website dasteht: kostenloser Website-Check, PDF innerhalb von 48 Stunden, ohne Anruf.

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